Herbert, Wolfgang: Ki, Karate and Taijiquan –external and internal martial arts for lifelong training

Abstract

Asian martial arts have always been more than the efficient use of violence or sports. They comprise physical, performative, ritual, emotional, mental, religious and spiritual elements. The latter will be focussed on in the concluding paragraphs of this training-personal paper. Martial arts serve the maintenance of health and the training of body and mind. They function as self-defence and foster self-cultivation. The categorization in “external” (e.g. Karate) and “internal” (e.g. Taijiquan) martial arts will be shown to be valid only on a superficial level (i.e. the surface structure). Speed and power make a difference in the way of the somatic performance, but the underlying principles are the same. On the level of their deep structure it can be seen that body mechanics, biomechanical alignments, breathing techniques, relaxation, mindfulness, core centredness and energy transmission are based on common principles, which will be enumerated. If practiced in a holistic manner, the harmonization of the vital energy (Chin. Qi; jap. Ki) is a central component of every (Asian) martial art. The regulation of the Ki-flux is also the factor, which connects external and internal martial arts on a deeper level than the technical one. Health in the Chinese understanding means that Ki can flow freely and without blockages or occlusions. Latter occurrences lead to sickness and indisposition. Acupuncture, moxibustion, massages, gymnastics and meditation (visualisation) were developed from time immemorial to guarantee an unimpeded Ki-flow. The martial arts were practiced in this context. Good martial art practice is said to open the energy channels, eliminate blockages and harmonize the flow of Ki. Ki can be mobilized, directed and circulated by conscious mental activity. An integral practice of hard style body conditioning (Karate) combined with soft exercises like Qigong, Taijiquan and (standing) meditation offers diverse possibilities to modulate and adapt training for persons of every age and physical condition. In addition the spiritual dimension of Karate, which is in danger of getting lost in the process of its sportification, will be accessed and re-integrated. Karate then unfolds its full potential and can enrich ones life physically, emotionally and spiritually. The martial art will become an art of living.

Zusammenfassung

Asiatische Kampfkünste sind seit jeher mehr als die effiziente Anwendung von Gewalt oder Sport. Sie umfassen physische, performative, rituelle, emotionale, mentale, religiöse und spirituelle Elemente. Auf letztere wird in den abschließenden Abschnitten dieser trainingspersönlichen Arbeit eingegangen. Kampfkünste dienen der Erhaltung der Gesundheit und der Schulung von Körper und Geist. Sie dienen der Selbstverteidigung und fördern die Selbstkultivierung. Die Kategorisierung in „äußere“ (z. B. Karate) und „innere“ (z. B. Taijiquan) Kampfkünste wird sich nur auf einer oberflächlichen Ebene (d. h. der Oberflächenstruktur) als gültig erweisen. Geschwindigkeit und Kraft machen einen Unterschied in der Art der somatischen Ausführung, aber die zugrunde liegenden Prinzipien sind die gleichen. Auf der Ebene der Tiefenstruktur zeigt sich, dass Körpermechanik, biomechanische Ausrichtung, Atemtechniken, Entspannung, Achtsamkeit, Kernzentriertheit und Energieübertragung auf gemeinsamen Prinzipien beruhen, die hier aufgezählt werden. Die Harmonisierung der Lebensenergie (chin. Qi; jap. Ki) ist, wenn sie ganzheitlich praktiziert wird, ein zentraler Bestandteil jeder (asiatischen) Kampfkunst. Die Regulierung des Ki-Flusses ist auch der Faktor, der äußere und innere Kampfkünste auf einer tieferen Ebene als der technischen verbindet. Gesundheit im chinesischen Verständnis bedeutet, dass Ki frei und ohne Blockaden oder Verstopfungen fließen kann. Letzteres führt zu Krankheit und Unwohlsein. Akupunktur, Moxibustion, Massagen, Gymnastik und Meditation (Visualisierung) wurden von alters her entwickelt, um einen ungehinderten Ki-Fluss zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Kampfkünste praktiziert. Eine gute Kampfkunstpraxis soll die Energiekanäle öffnen, Blockaden beseitigen und den Fluss des Ki harmonisieren. Ki kann durch bewusste geistige Aktivität mobilisiert, gelenkt und zirkuliert werden. Eine ganzheitliche Praxis von Körperertüchtigung im harten Stil (Karate) kombiniert mit weichen Übungen wie Qigong, Taijiquan und (Steh-)Meditation bietet vielfältige Möglichkeiten, das Training für Menschen jeden Alters und jeder körperlichen Verfassung zu modulieren und anzupassen. Darüber hinaus wird die spirituelle Dimension des Karate, die im Prozess seiner Sportifizierung verloren zu gehen droht, erschlossen und wieder integriert. Karate entfaltet dann sein volles Potenzial und kann das eigene Leben körperlich, emotional und geistig bereichern. Die Kampfkunst wird zu einer Kunst des Lebens.

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