Bierkrug mit Zinndeckel

Sammlung Cay Fabian

Das Bodenbild innen zeigt König Ludwig II. Die Aufschrift lautet „Lorenz Färber, Gut Heil, Frisch, froh, fröhlich, frei, ½ L“. Vorne ist ein Wappenadler mit blau-weißer Rautenfahne und dem rot-weißen sogenannten Turnerkreuz abgebildet. Seitlich angeordnet stehen zwei Ringer mit Wurfversuch über den Rücken und Abwehr sowie ein Turner am Reck.

Die auf dem Bierkrug abzulesende Verbindung von Ringkampf und Turnen (Turnerkreuz, Reck, Turnerspruch mit den vier „F“) dürfte nicht auf einem Zufall beruhen. Die Organisationen der deutschen Turner hatten unter Abgrenzung gegenüber anderen Sportverbänden bis in das 20. Jahrhundert hinein einen ganzheitlichen Ansatz. In diesem Sinne wurde in der Turnerschaft eine spezielle Form des Ringkampfes praktiziert, bei dem das Kampfgeschehen darauf beschränkt war, den Gegner durch Griffe oberhalb der Gürtellinie zu Boden zu bringen, ohne dass ein weiterer Bodenkampf stattfand. Damit isolierte sich das deutsche Turnerringen seit den letzten Jahrzehnten des  19. Jahrhunderts von der allgemeinen Entwicklung des Ringens insbesondere beim sich dort weiterentwickelnden Bodenkampf mit den Entscheidungsformen der Schulterniederlage und der Punktwertung. Auch bildeten sich im Bereich der Schwerathletik auf Orts- , Regional-, und Reichsebene in breitem Maße eigenständige Vereine und Organisationen heraus. Im Ergebnis wurde bei den Turnvereinen das Ringen nicht mehr weitergeführt.   

Alter: um 1900
Herkunft: vermutlich München
Material: Keramik, Metall
Höhe: 24,0 cm. 

Sammlung: Cay Fabian
Inv.-Nr.: RSO-0006

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